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Prostata-Krebs-Früherkennung

„Da gibt es doch jetzt so eine Blutuntersuchung auf Prostata-Krebs. Sollen wir das nicht mal machen?“

Der Mann hätte gerne eine klare und einfache Antwort. In Wirklichkeit sind die Dinge aber etwas kompliziert, und eine einfache Antwort kann man ehrlicherweise nicht geben.

Wie verläuft der Prostata-Krebs?

Obwohl er so häufig ist, wissen wir darüber eigentlich noch zu wenig. Es gibt sicher kein einheitliches Krankheitsbild „Prostata-Krebs“, und hierin liegt schon ein großer Teil der Schwierigkeit begründet. Es gibt sehr langsam wachsende Formen, die das Leben eines Mannes in vielen Fällen gar nicht beeinträchtigen. Wenn man über 70 Jahre alte Männer obduziert, die aus einem anderen Grund gestorben sind, kann man in bis zu über 50% der Fälle sogenannte „latente“ Prostata-Krebse finden, von denen der Mann gar nichts gemerkt hat! Andererseits gibt es schneller wachsende und früher metastasierende Tumoren, die ein schweres Leiden und verfrühten Tod verursachen.

Einen solchen aggressiven Krebs von einem relativ „gutartigen“ zu unterscheiden, ist vor einer Operation bisher nur schwer und sehr eingeschränkt möglich. Man muss also immer damit rechnen, einen Krebs zu behandeln, der dem Patienten gar nicht viel geschadet hätte.

Insgesamt und im Durchschnitt gehören die Prostata-Krebse zu den eher langsam wachsenden Krebsarten, so dass bei einem alten, vielleicht sogar mit anderen Krankheiten behafteten Mann die Frage, ob er einen Prostata-Krebs hat, tatsächlich nicht mehr wichtig ist. Bei einem „jüngeren“ Mann von z.B. 60 Jahren, der einen Prostata-Krebs hat, ist dagegen die Gefahr relativ groß, dass der Krebs zu einem schweren Krankheitsbild führt, oft geprägt durch starke Schmerzen bei Knochenmetastasen.

Was bewirkt die Behandlung?

Bei einem frühen Krebsstadium – der Krebs ist auf Teile der Prostata beschränkt, er hat das Organ nicht überschritten – bringt eine vollständige Entfernung der Prostata in vielen Fällen eine Heilung. Andere Verfahren (Bestrahlung, Kryochirurgie = „Vereisung“) bieten bisher nicht die gleiche Sicherheit und sind eher für Sonderfälle geeignet. Als unerwünschte Wirkung der Operation – teilweise abhängig von der Op.-Technik – ist vor allem mit Inkontinenz (unwillkürlicher Harnabgang) und Potenzstörungen zu rechnen.

Ist der Krebs weiter fortgeschritten, kommt vor allem die hormonelle Behandlung zum Zuge. Da der Krebs unter dem Einfluß des männlichen Hormons Testosteron wächst, kommt es darauf an, dem Körper dies Hormon zu entziehen. Das kann durch operative Entfernung der Hoden geschehen – eine sehr gute, leider aus psychologischen Gründen seltener angewandte Methode! – oder durch (lebenslange?) Anwendung von Medikamenten. Als Nebenwirkung treten allgemein Symptome wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche auf, ähnlich wie bei den Wechseljahren der Frau, sowie Potenz- und Libidoverlust und auch Osteoporose. Weitere spezielle Nebenwirkungen können durch die angewandten Medikamente entstehen (im Falle der Hodenentfernung treten diese naturgemäß nicht auf!).

Durch die hormonelle Therapie kann das Fortschreiten der Krebserkrankung in den meisten Fällen gebremst werden, und Beschwerden werden abgemildert.

Wichtig zu betonen ist, dass auch bei weit fortgeschrittenen Fällen mit Knochenmetastasen eine intensive Schmerzbehandlung das Leiden lindern kann!

Schließlich muß auch erwähnt werden, dass in einer Reihe von Fällen die Methode „nicht eingreifen, sondern aufmerksam beobachten und abwarten“ eine durchaus vernünftige Option sein kann – was natürlich eine stabilen Seelenzustand beim Patienten erfordert!

Was bringt die Früherkennung?

Hier liegt der zweite Teil des Problems. Jeder denkt: Vorbeugen ist besser als Heilen, und früh erkennen ist besser als spät. Tatsächlich ist eine Heilung bei einem Prostatakrebs nur möglich, wenn man ihn früh erkennt. Zu diesem Zweck gibt es schon lange die „Vorsorge“- besser: Früherkennungs-Untersuchung mittels des ebenso berühmten wie unbeliebten Fingers im After. Seit einiger Zeit aber macht die eingangs erwähnte Blutuntersuchung, die Bestimmung des PSA-Wertes, Furore und sorgt für Diskussionen bis hinein in die Politik. Dieser Laborwert ist sehr spezifisch für die Prostata und steigt bei Prostata-Krebs – aber nicht nur dort! – an. Es ergibt sich damit tatsächlich die Möglichkeit einer erheblich früheren Feststellung eines Krebses, insbesondere in Kombination mit dem „trans-rektalen“ Ultraschall und der Feinnadel-Punktion. Das Problem liegt darin, dass – abgesehen von den vielen Fällen einer PSA-Erhöhung durch gutartige Erkrankungen und auch einfach das Lebensalter – man bei den vielen dank PSA sehr früh erkannten Krebsen im Einzelfall eben nicht sicher weiß, ob der Tumor sich aggressiv oder „zahm“ verhalten wird. Wenn die PSA-Bestimmung als allgemeine Vorsorge-Untersuchung („Screening“) durchgeführt würde, müsste man – je höher das Alter, desto mehr – einen gewissen Prozentsatz von neu entdeckten Krebsen in Kauf nehmen, die dem Patienten gar nichts tun werden. Was aber macht man damit? Die Harmlosigkeit ist im Einzelfall nicht vorherzusagen, ihre Häufigkeit kann nur statistisch abgeschätzt werden. Die Früherkennung bietet also die Chance, einen Krebs in einem heilbaren Stadium zu „erwischen“, und birgt das Risiko, einen Mann mit einer unnützen Krebs-Diagnose (und ihren therapeutischen Folgen) zu belasten.

In dieser Situation ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Krankenkassen (übrigens in Übereinstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Urologie!) die Kostenübernahme für die PSA-Untersuchung bei einem symptomfreien Mann im Rahmen der Vorsorge verweigern. Wenn ein Mann also die PSA-Untersuchung als Vorsorge-Leistung wünscht, muß er sie selbst bezahlen.

Fazit:

Die Teilnahme an der Krebs-Früherkennung, insbesondere die PSA-Untersuchung, ist und bleibt eine Frage der persönlichen Einstellung und Entscheidung. Bei einem jungen Mann ist sie überflüssig (unter 50 gibt es kaum Prostata-Krebse), und für einen alten Mann bringt sie keinen Nutzen. Dazwischen, etwa zwischen 50 und 70, ergibt sich eine relativ gute Chance, einen Krebs im heilbaren Stadium zu erwischen – wenn man bereit ist, alle Konsequenzen, einschließlich der (hier eher seltenen) Möglichkeit einer unnötigen Behandlung, mitzutragen.

 

 

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Wie viel husten darf ein Kind?

Frau P. ist ratlos und verärgert.  „Jetzt hustet Markus schon wieder seit einer Woche. Der Doktor sagt immer nur, es wär’ eine normale Erkältung, und verschreibt immer nur Hustensaft. Kann der nicht mal was ordentliches verschreiben? Was starkes? Das muß man doch mal gründlich behandeln, mit der Husterei muß doch endlich mal Schluß sein! Gibt es nicht so Sachen, die das Immunsystem stärken? Ich kann ihn doch nicht immer aus dem Kindergarten holen! Wer soll ihn denn versorgen? Wie viel husten darf eigentlich ein Kind?“

Wie erfahrene Eltern (und Ärzte) wissen, ist Husten im Kleinkind-Alter eine sehr häufige Krankheit. Das Kind kommt ja nicht mit einem fertigen Immunsystem auf die Welt, die von der Mutter bei der Geburt übertragenen Abwehrstoffe sind mit etwa 6 Monaten „aufgebraucht“, und dann muss das Kind zwangsläufig diverse Krankheitserreger „kennen lernen“, um sein eigenes Abwehrsystem aufzubauen. Dieses „Durchmachen“ von Infektionskrankheiten, besonders der Luftwege, findet oft besonders heftig in der Kindergartenzeit statt, wo die Kinder ihre Erreger „austauschen“. Was aber ist „noch normal“, und wann wird ein Husten bedenklich?

Nicht nur aufgrund von Alltags-Erfahrungen sondern auch aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen weiß man, dass 6-12 (!) Luftwegsinfekte im Jahr durchaus auch bei normalen, gesunden Kindern auftreten können. Da diese Infekte meist im Winterhalbjahr auftreten, ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Kindergarten-Kind „den ganzen Winter lang Husten und Schnupfen“ hat.
Wenn man sagt: 6 Infekte im Jahr sind normal, so heisst das natürlich nicht, dass man erst beim 7. das Kind dem Arzt vorstellen soll. Auch der erste Infekt im Jahr kann eine schwerer Krankheit sein, und bei kurz aufeinanderfolgenden Infekten soll man sich schon vergewissern, ob nicht „etwas anderes dahinter steckt“.
Wichtig sind immer 2 Fragen: Wie ist der Allgemeinzustand des Kindes, und: lassen sich einzelne Krankheitsphasen voneinander abgrenzen, oder werden die Symptome „zwischendurch nie richtig besser“ ?

Wichtige Punkte zum Allgemeinzustand sind die Munterkeit und Aktivität am Tage, Appetit, Temperatur und - auf längere Sicht - das Wachstum. „Normale“ Aktivität und Appetit sind natürlich von Kind zu Kind sehr verschieden und auch vom Verhalten der Umwelt abhängig... Zur Temperatur ist zu sagen, dass Kinder leichter Fieber bekommen als Erwachsene. Es gibt Kinder, die mit 40 Grad noch ganz munter in der Gegend  ´rumlaufen. Jedes Fieber (am besten mit einem „altmodischen“ Quecksilberthermometer im After gemessen!) ist aber natürlich Zeichen einer Erkrankung und somit ernst zu nehmen. Bekämpfen muss man das Fieber aber durchaus nicht so schnell: die Temperatursteigerung ist nur selten gefährlich und regt andererseits auch die Abwehrkräfte an. Also: bekämpfen muss man, soweit es geht, die Erkrankung, die Fieber-Ursache, das Fieber selber aber allenfalls bei hohen Werten (i. A. Über 39,5). Trinken ist allerdings wichtig!

Zur zweiten Frage: hat das Kind „schon wieder einen Husten - der letzte war gerade mal drei Tage 'rum“, oder hustet das Kind über längere Zeit durchgehend? Im zweiten Fall muss an verschiedene Ursachen gedacht werden, wie Keuchhusten, Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Polypen, ein frühes Asthma oder verschiedene andere Lungen- und Bronchialerkrankungen sowie echte „Immundefekte“. Eine chronische Bronchitis (wie bei vielen erwachsenen Rauchern!) ist im Kindesalter allerdings selten.

Apropos Rauchen: ein nicht geringer Teil der kindlichen Fälle von ständigem Husten ist auf das Rauchen der Eltern zurück zu führen!

Zu dem häufig vorgebrachten Wunsch, das Immunsystem zu stärken, ist folgendes zu sagen: Wie oben schon erwähnt, entwickelt sich das Immunsystem erst im Laufe der Kindheit. Eine „relative Immunschwäche“ ist bei Kindern also normal. Ein auch für das betreffende Alter ungewöhnlich schwaches Immunsystem ganz allgemein zu „stärken“,  ist leider nicht so gut möglich, wie man das gerne hätte. Eine Vielzahl von Präparaten wird zu diesem Zweck angeboten, die Wirkung ist unsicher. Manchmal können, wenn bestimmte „Klassen“ von den sog. „Immunglobulinen“ fehlen, diese durch Injektionen ersetzt werden. Impfungen, also gezielte Anregung von Abwehrstoffen gegen bestimmte Krankheitserreger, gibt es nur gegen Grippe, Pneumokokken und die H.i.-Bak-terien. Gegen die Vielzahl von Viren, die die üblichen, häufigen Erkältungskrankheiten und damit die allermeisten Fälle von Husten auch beim Kind verursachen, gibt es leider keine Impfungen. Das beste, was man für das Immunsystem tun kann, ist: gesund leben, also: nicht rauchen, gesunde Ernährung, viel Bewegung an frischer Luft und genügend Schlaf!

Fazit: Husten ist bei Kindern häufig – und im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt! Wenn der Arzt dann – nach gründlicher Befragung und Untersuchung – „nichts besonderes“ feststellt, seien Sie nicht „frustriert“, sondern froh! Und wenn Ihnen der nächste Husten noch mal verdächtig vorkommt, oder Sie einfach beunruhigt sind, fragen Sie den Arzt ruhig wieder! Er wird Ihnen entweder erneut eine beruhigende Antwort geben können, oder aber, in den selteneren Fällen einer schweren Erkrankung oder eines bedenklichen Verlaufes, die nötigen Schritte einleiten.

Noch einige Sätze zum Thema Antibiotika: Antibiotika (Penicillin etc.) sind Medikamente, die gegen Bakterien wirken. Gegen Viren wirkt Antibiotika nicht. (Das hängt damit zusammen, dass Viren nicht selbständig leben keinen eigenen Stoffwechsel haben). Eine akute Bronchitis (mit dem dazugehörigen Husten) beim Kind ist praktisch immer ein Virusinfekt. Antibiotika sind hier nicht angezeigt! Nur wenn es deutliche Anzeichen einer zusätzlichen Infektion durch Bakterien gibt (und das ist durchaus nicht jedes hohe Fieber oder jeder gelbe Auswurf oder Ausfluss aus der Nase!), ist eine Behandlung mit Antibiotika angezeigt. Nicht selten  werden Antibiotika am falschen Platz angewandt. Das Problem ist dann - abgesehen von Unverträglichkeiten, die meist harmlos sind - die Züchtung von resistenten, also besonders widerstandsfähigen Bakterien! Daher: Antibiotika nur nach genauer ärztlicher Anweisung (wie viel? Wie lange?) und guter Überlegung (seitens des Arztes) einsetzen!

 

Medizin im Internet

„Im Internet hab’ ich was gefunden...“
                  „Im Internet findet man alles!“
                                   „Im Internet steht lauter Mist!“

Solche und ähnliche Aussagen bekommt auch der Arzt immer öfter zu hören. Das Internet wir für immer mehr Menschen eine Quelle der Information, aber auch der Verwirrung. Besonders bei chronischen oder bedrohlichen Krankheiten sucht man auch dort Hilfe oder Trost.

Wie aber ist das riesige Angebot zu bewerten? Mancher „Surfer“ hat schon gemerkt, dass jeder alles „in’s Netz stellen“ kann, ohne jede Kontrolle, und dass dementsprechend tatsächlich Unmengen von „Mist“ angeboten werden. Dazwischen gibt es aber eben auch viele hochwertige und nützliche Informationen. Gerade im Medizin- und Gesundheits-Bereich findet man ein großes Spektrum, von der hochklassigen wissenschaftlichen Arbeit über nützliche, im Alltag verwertbare Hilfen bis hin  zu skrupelloser Geschäftemacherei und gefährlicher Quacksalberei.

Tatsächlich braucht man einige Erfahrung, um den Wert einer Website zu beurteilen. Mit ein paar Regeln und Hilfen kann man aber lange und gefährliche Irrwege vermeiden.

    -Wer ist der Betreiber einer Website? Wer sind die Autoren? Man findet das meist im „Impressum“, bei „Wir über uns“ oder „Kontakt“. Handelt es sich um eine Firma (renommiert oder dubios?), eine Universität, eine staatliche oder „öffentlich-rechtliche“ Institution, eine medizinische Fachgesellschaft (Vorsicht! – auch dort gibt es zweifelhafte „Vereine“, deren Zweck nur die Verbreitung bestimmter „Mittel“ und „Methoden“ ist), eine Patienten-Organisation oder Selbsthilfe-Gruppe (auch hier gibt es solche und solche...), oder irgend einen selbst ernannten „Privat-Experten“? Eine Hilfe kann im englischsprachigen Bereich die Endung der Web-Adresse sein: „.gov“ steht für eine staatliche Organisation, „.edu“ für eine Universität, „.org“ in der Regel für eine „non profit- Organisation“ und „.com“ für eine Firma. In Deutschland wird dagegen die Endung „.de“ von allen möglichen Anbietern verwendet. Deutsche Universitäten haben als Adresse im Allgemeinen www.uni-(Universitätsstadt).de
    ( z.B.
    www.uni-koeln.de ).

    -Vorsicht ist angebracht, wenn auf einer Website ganz bestimmte Mittel und Methoden propagiert  werden. Bei Firmen, z.B. Arzneimittel-Herstellern, die dann ja auch als solche kenntlich sind, ist das natürlich „normal“; wenn aber eine scheinbar neutrale Organisation bestimmte (käufliche) Dinge anpreist, sollte man auf der Hut sein.

    -Es gibt mehrere Organisationen, die sich um eine Bewertung und „Zertifizierung“ von medizinischen Informationen im Netz bemühen. Allein schon wegen der Menge des Angebots ist dies ein schwieriges Unterfangen. Bekannt ist die HON (Health On Net Foundation, www.hon.ch), eine internationale non-profit-Organisation mit Sitz in der Schweiz. Leider ist das von ihr verliehene „Gütesiegel“ kopierbar und kann daher von ungeprüften Anbietern missbraucht werden. MedCERTAIN (www.medcertain.org) ist ein von der Europäischen Union unterstütztes Projekt, das ein nicht kopierbares Gütesiegel entwickelt hat und Websites nach verschiedenen Stufen der Vertrauenswürdigkeit und Qualität zertifiziert. Ein deutsches, vom Bundes-Gesundheitsministerium initiiertes „Aktionsforum“ ist AFGIS (www.afgis.de), bei dem viele verschieden Organisationen von Ärzten und Patienten, wissenschaftliche Institute und Krankenkassen mitarbeiten.

In jedem Fall gilt natürlich : Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt! Z.B. können Sie ihm ja auch eine Website, die Ihnen fraglich erscheint, per e-mail zuschicken...
(
uli.herb@t-online.de).

Und wie finde ich überhaupt das, was mich interessiert?

Auch hier muß man Erfahrung sammeln (und Lehrgeld bezahlen...).Jeder kennt Suchmaschinen wie „Google“ oder „AltaVista“, und jeder weiß auch, welche Unmengen von „Treffern“ man bei der Eingabe z.B. einer Diagnose als Suchwort erhält. Wenn Sie auf diesem Wege weiter gehen wollen, müssen Sie also wohl oder übel die „Feinheiten“ einer Suchmaschine erlernen, mit denen Sie Ihre Suche eingrenzen können und die Chance erhöhen, das zu finden was Sie wollen.

Es gibt auch eine deutsche medizinische Suchmaschine, die zwar erheblich weniger „Treffer“ liefert, dafür aber sich bemüht, die medizinischen Quellen herauszusieben: www.dr-antonius.de.

    Natürlich gibt es inzwischen auch sogenannte „Portale“ für Medizin und Gesundheit, die Informationen (vermischt mit Werbung...) für Sie aufbereitet haben und Ihnen bei der Suche helfen wollen. Allerdings kann auch hier die Suche noch mühsam sein und dann doch nicht zu dem führen, was sie wissen wollen. Probieren Sie’s aus! Hier sind ein paar „passable“ Beispiele:

http://www.m-ww.de
- solide, übersichtlich, etwas "trocken"

http://www.yavivo.de
- umfangreich, viele Angebote

http://www.netdoktor.de
- umfangreich, Expertenrat gegen Gebühr, u.a. ein Homburger Klinikchef!

http://www.medizinfo.com
- etwas "Werbungs-lastig", auch schon mal etwas zweifelhafte Aussagen

http://www.medicinenet.com/script/main/hp.asp
- ein amerikanisches Portal

 

Andere Websites bieten Kataloge und Sammlungen von medizinischen „Links“, Artikeln oder „Expertenmeinungen“, wie z.B.

http://www.patienten-information.de
- ein Angebot der Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung (ÄZQ), einer gemeinsamen Einrichtung von Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV); gibt Hinweise auf ausgewählte und bewertete Quellen

http://www.expertensprechstunde.de
- von einer Medizin-Journalistin organisierte "Chats", die in einem Archiv nachgelesen werden

http://www.medknowledge.de
-von einem Arzt aufbereiteter Katalog

Ein renommierter englischsprachiger „Web-Katalog“ ist
http://omni.ac.uk

Das schwedische „Karolinska Institutet“ bietet einen sehr umfangreichen Katalog medizinischer und allgemein naturwissenschaftlicher Quellen unter http://www.mic.ki.se/Other.html - eher etwas für Spezialisten!

Auf unserer Website - www.uh-med.de - finden Sie unter „Links“ eine Reihe von medizinischen Websites, die ich selbst für Sie ausgesucht habe!

 

Oft, aber nicht immer, ist es lohnend, nach einer Website einer Patienten-Organisation oder Selbsthilfegruppe zu suchen. Auf der Website des ZDF finden Sie unter http://www.zdf.de/ratgeber/praxis/nakos/index.html einen Wegweiser zu solchen Gruppen. Manchmal stoßen Sie allerdings dort auch auf zweifelhafte Außenseiter-Meinungen...

 

Auch ein Blick in die Internet-Angebote von Zeitungen , Rundfunk und Fernsehen kann sich lohnen, z.B. bei http://www.zdf.de/ratgeber/praxis/index.html oder http://www.wdr.de/radio/wdr4/gesundheitstipp/archiv.html .

 

Ein “heißes Thema” sind “Leitlinien“ für Diagnostik und Therapie, die von den medizinischen Fachgesellschaften veröffentlicht werden. Die Problematik liegt in der Frage, wie weit allgemeine Regeln für einen individuellen Fall verbindlich sein können. Trotzdem: ein Geheimnis bleibt es nicht unter:

http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ll_list.htm

Last but not least sei das Deutsche Ärzteblatt erwähnt, die offizielle Zeitschrift der deutschen Ärzteschaft, die unter http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/ sämtliche Artikel der letzten Jahre zur Verfügung stellt!

 

- und noch ein “Schmankerl”:

Interessantes und polemisches zum ewigen Thema "Quacksalberei" bietet die "Quackwacht" unter http://neuropsychiater.org/quackw.htm

und das amerikanische Original: http://www.quackwatch.com

 

Anti-Aging - Wunsch und Wirklichkeit

Hormone, Vitamine etc. gegen das Altern?

Seit einiger Zeit wird viel geredet, geschrieben und gesendet über "Anti-Aging-Medizin"- eine Medizin, die verspricht, das Altern aufzuhalten. Besonders der "alternde Mann" wird dabei angesprochen, man möchte schon sagen heftig umworben.

Was ist dran? Was ist Mode, was Geschäftemacherei und wo ist ein wirklicher Nutzen?

Natürlich weiß jeder, dass wir alle unabwendbar altern werden. Trotzdem möchte man gerne möglichst lange jugendlich und fit bleiben. Wenn uns ein paar Pillen oder Spritzen dazu helfen könnten, wäre das ja eine tolle Sache. Aber gibt‘s das?

Mit Sicherheit nicht in dem Maße, wie Sensationsberichte in den Medien oder der eine oder andere geschäftstüchtige Mediziner uns weiß machen wollen. Was von den meistgenannten „Mitteln“ zu erwarten ist, sei hier kurz zusammengefaßt:

Hormone

Das Altern ist verbunden mit einem Nachlassen der Hormonproduktion, insbesondere auch im Bereich der Sexualhormone. Bei der Frau vollzieht sich der Hormonabfall recht rasch in den sogenannte Wechseljahren. Beim Mann handelt es sich dagegen um einen mehr oder weniger allmählichen, individuell sehr verschiedenen Rückgang. In jedem Fall ist dies ein natürliches Geschehen, das nicht als Krankheit anzusehen ist. Daher sollte man im Grunde auch eigentlich nicht von einem Hormon-"Mangel" sprechen. Allerdings kann im Einzelfall das Absinken der Hormonspiegel zu Störungen des Allgemeinbefindens, auch wohl zu stärkeren Beschwerden führen wie z. B. Hitzewallungen (auch beim Mann!), Nervosität, Stimmungsschwankungen, Kreislaufbeschwerden, Trockenheit der Schleimhäute, Blasenbeschwerden und - beim Mann insbesondere - auch zu einem Nachlassen des sexuellen Interesses der Potenz, der Muskelkraft, ja zu einer allgemeinen Verschlechterung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Bei der Frau werden seit langem Östrogene zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. In der Zeit der "Wechseljahre" ist diese Behandlung gegen die typischen Beschwerden auch sehr wirkungsvoll und hilfreich. Der Nutzen einer langfristigen Einnahme von Hormonen jedoch wird in den letzten Jahren mehr und mehr bezweifelt. Als sicher wird noch angesehen ein günstiger Effekt auf die Knochen, das Aufhalten der Knochenentkalkung (Osteoporose). Dieser Effekt hält jedoch nur so lange an wie die Hormone eingenommen werden. Andere Schutzwirkungen, insbesondere auf das Gefäßsystem (Herzinfarkt, Schlaganfall), die man lange Zeit von einer Hormonersatztherapie erwartet hat, treten nach neueren Erkenntnissen aber doch wohl nicht ein. Andererseits muss man davon ausgehen, dass durch eine solche Therapie bei langjähriger Durchführung das Risiko einer Brustkrebserkrankung leicht erhöht ist. Als Fazit kann man davon ausgehen, dass bei einer etwa 5-10jährigen Behandlung der Nutzen überwiegt, eine wesentlich längere, gar lebenslange Behandlung aber nicht anzuraten ist.

Beim Mann sind die Kenntnisse über Nutzen und Risiken der Hormonersatztherapie noch sehr unsicher. Die Forschung steckt hier noch in den Anfängen, vor allem auch deswegen, weil der - hier eher langsame - Rückgang der Hormonproduktion längst nicht zu so ausgeprägten Symptomen führt wie bei den Wechseljahren der Frau.

Recht deutlich sind allerdings einige Befunde, die unter einer Behandlung mit Testosteron eine Verbesserung der Muskelkraft, der Fettverteilung und der Knochenstruktur zeigen. Auch die geistige Leistungsfähigkeit und die Stimmungslage scheint sich zu verbessern. Das sexuelle Interesse, die "Libido", nimmt wieder zu, nicht allerdings - oder nur in den seltensten Fällen - die Potenz! (Dafür gibt es inzwischen andere Therapien.)

Andere, häufig "gefragte" Hormone sind GH (IGF-1), DHEA und Melatonin. Das Wachstumshormon GH (und das davon abstammende IGF-1) fördert Muskel- und Knochenaufbau und baut gleichtzeitig Fettgewebe ab. Es wird daher oft als Dopingmittel, aber auch als "Geheimtipp" für einen jugendlich-straffen Körper angesehen. Diese Hoffnungen sind sicherlich übertrieben. Ein echter, im Alltagsleben spürbarer Nutzen bei älteren Männern wurde nicht nachgewiesen. Im Gegenteil hat man festgestellt, dass körperliches Training die Fitness viel deutlicher verbessert und zusätzliche Gabe von GH keinen weiteren Nutzen bringt. Auf der anderen Seite sind viele Nebenwirkungen bekannt, z. B. die mögliche Entwicklung eines Diabetes. Auch sind die Langzeitfolgen noch unklar (z. B. die zumindest theoretisch mögliche Förderung von Tumoren).

DHEA ist im Stoffwechsel eine Vorstufe anderer Hormone. Eine Einnahme führt bei Frauen zu einem Anstieg der männlichen Hormone, bei Männern zu einem Anstieg der weiblichen Hormone. Auch hier fand man zwar einen therapeutische Nutzen bei Fällen von krankhaftem Mangel, nicht jedoch bei sonst gesunden älteren Menschen. Auch hier könnte bei langfristiger Einnahme die Förderung von hormonabhängigen Tumoren eine Rolle spielen.

Melatonin zeigt eine deutliche Wirkung bei Störungen des Schlafrhythmus, die allerdings noch zu wenig erforscht ist. Eine im Labor nachweisbare Wirkung als "Radikalfänger" lässt sich beim "lebendigen Menschen" nicht nachweisen. Eine Anwendung kann daher bislang nicht empfohlen werden.

 P.S. Der „neueste Hit aus USA“ ist das Hormon Relaxin, vorgestellt auf der Tagung der „German Society of Anti-Aging Medicine“ im Mai dieses Jahres, das (wieder mal) gegen chronische Erschöpfung, Fibromyalgie , Durchblutungsstörungen, Verdauungsprobleme, brüchige Nägel  und nachlassende Libido helfen soll... Was sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie, Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Thomas Rabe? „Seit zehn Jahren wird über dieses Hormon diskutiert, ohne dass je ein fassbares Ergebnis herausgekommen wäre... eine Indikation in der Therapie gibt es nicht.“  (Zitiert nach: Münchener Medizinische Wochenschrift 23/02)

Vitamine, Spurenelemente etc.

Ein "Dauerbrenner" in der Gesundheitsdiskussion sind die Vitamine. Über viele Jahre kann man verfolgen, wie immer wieder bestimmte Vitamine "in Mode" kommen. Vitamine sind Wirkstoffe,die in geringen Mengen für Steuerung und Ablauf vieler Stoffwechselvorgänge notwendig sind, die der Körper aber nicht selber herstellen kann und die er deshalb mit der Nahrung aufnehmen muss. Bei einem Vitaminmangel können verschiedene Beschwerden und Krankheiten auftreten. Wie groß aber der Bedarf an den verschiedenen Vitaminen tatsächlich ist, lässt sich in vielen Bereichen schwer feststellen. Wissenschaftliche Untersuchungen sind sehr schwierig durchzuführen, da man die Nahrungsaufnahme des Menschen kaum über längere Zeit genau beobachten oder gar für wissenschaftlichre Zwecke festlegen kann. Deswegen kursieren über Vitamine immer wieder die abenteuerlichsten Meinungen und Ratschläge. Man kann davon ausgehen, dass bei einer "gesunden Mischkost" mit viel frischem Obst und Gemüse Vitamin-Mangelzustände kaum auftreten werden. Ob und wieviel Vitamine aber bei einer "nicht optimalen" Kost zusätzlich zugeführt werden sollten, kann niemand ehrlicherweise mit Bestimmheit sagen. Wenn jemand - aus welchen Grund auch immer - über längere Zeit "ungesund" ißt, tut er vermutlich gut daran, ein Multivitaminpräparat einzunehmen. Die vielfach empfohlene Einnahme bestimter Vitamine in hohen Dosen zu bestimmten Zwecken - so auch zum Hinauszögern von Alterserscheinungen - steht aber auf sehr unsicheren Füßen. Besonders häufig werden empfohlen Vitamin C, Vitamin E (unter dem Stichwort "Antioxidantien", quasi "Rost-Verhüter"), Vitamin A, B, Folsäure, Carotinoide, außerdem (als sogenannte Spurenelemente) Zink und Selen. In der wissenschaftlichen Forschung finden sich tatsächlich einzelne Hinweise auf günstige Wirkungen. Richtig bewerten kann man den Nutzen einer solchen Behandlung aber bisher nicht. Keinesfalls sollte man nach dem Motto "viel hilft viel" vorgehen, denn auch durch Überdosierung können Schäden entstehen.

Fazit: Die ewige Jugend "aus der Spritze" gibt es nicht. Das beste „Mittel“, um in gutem Zustand älter zu werden, ist eine gesunde Lebensweise, und das heißt: Bewegung für Körper und Geist, gesunde Ernährung, genügend Schlaf und Vermeidung von Giften (Rauchen, zu viel Alkohol...) und unnötigem, „selbstgemachtem“ Streß. Wenn man darüber hinaus etwas tun möchte, kann die Einnahme von Vitaminen u. ä. Dingen in vernünftiger Dosis eventuell  sinnvoll sein. Bei echten Mangelerscheinungen, z. B. von Hormonen, ist eine ärztlich überwachte Therapie angezeigt.

P.S. Eine Bewertung der Ant-Aging-Medizin durch renommierte amerikanische Experten (in englischer Sprache) findet man im Internet unter: http://www.sciam.com/explorations/2002/051302aging/index.html

 

Noch etwas zur Therapie mit Testosteron beim alternden Mann: Eine Therapie ist nur bei einem deutlichen, durch Laboruntesuchung festgestellten Testosteronmangel und einem entsprechenden Beschwerdebild von Nutzen. Wenn nur Einzelsymptome vorliegen (z. B. nachlassende Potenz, Schlafstörungen oder Zunahme des Bauchspecks...) oder wenn nur niedrige Testosteronwerte vorliegen, aber keine wesentlichen Beschwerden bestehen, ist eine Therapie nicht angezeigt. Wichtig sind die Nebenwirkungen: so ist eine Testosteronbehandlung z. B. bei einer Polyglobulie (starke Vermehrung der roten Blutkörperchen) oder einer Schlafapnoe kontraindiziert. Die wichtigste Frage ist allerdings, ob ein Prostatakrebs gefördert werden kann. Zu dieser Frage sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch sehr gering (vergl.die Situation bei der Frau:Östrogene und Brustkrebs!). In jedem Fall ist vor Beginn der Therapie eine Bestimmung des PSA-Wertes erforderlich, und dann nach Beginn der Therapie eine zunächst vierteljährlich, später halbjährlich bis jährlich Kontrolle. Auch die Leberwerte sollten kontrolliert werden.

Welche Kosten sind zu erwarten? Anders als die typischen Symptome der weiblichen Wechseljahre werden die Beschwerden, die mit dem Androgenmangel des älteren Mannes in Verbindung gebracht werden, von den Krankenkassen bisher nicht als "Krankheit" aufgefasst. Die entsprechenden ärztlichen Leistungen, die Hormonuntersuchungen, die Hormontherapie und auch die notwendigen Kontrolluntersuchungen (PSA, etc.) müssen daher vom Patienten selbst bezahlt werden. Folgende Kosten können da auf einen zukommen:

Hormonbestimmungen: Gesamttestosteron und SHBG, zus. ca. 31 ¥

Bestimmung des PSA Wertes, vor Beginn der Therapie, dann (nach den bisherigen Richtlinien der Fachgesellschaften) im 1. Jahr vierteljährlich,
später einhalb- bis einjährlich                                                     ca. 20 ¥

Tastuntersuchung der Prostata (außerhalb des
normalen Krebsvorsorgezeitraums)                                           ca. 14 ¥

evtl. Ultraschalluntersuchung der Prostata                                 ca. 27 ¥

Medikamentenkosten: alle 3 Wochen eine Injektion,
Kosten pro Ampulle                                                                      ca.14 ¥

Die ärztlichen Beratungen werden nach der Gesetzlichen Gebührenordnung abgerechnet. Die einzelnen Beratungen kosten je nach Umfang zwischen 21 und 39 ¥ (Erstberatung, Problemberatung....)

 

Infektionskrankheiten der Luftwege

Im Herbst beginnt die Saison der vielfältigen „Luftwegsinfekte“, vom einfachen Schnupfen bis zur schweren Lungenentzündung. In diesem Bereich gibt es beim Patienten manche Sorgen - berechtigte und auch unberechtigte - ‚ viele Fragen und auch häufige Irrtümer.

Wir haben Ihnen hier in kurzer Form einige wichtige Infomationen zusammmen-gestellt und beantworten eine Reihe von häufigen Fragen.

Die „normale Erkältung“ - der „grippale Infekt“ - „die Freck“

So bezeichnet man ein Krankheits“bild“, das von einer Vielzahl von Viren hervorgerufen werden kann. Abkühlung (“Verkühlung“) bei kaltem und feuchtem Wetter spielt dabei häufig eine Rolle, weil Kälte die Abwehrkräfte schwächen kann. (Deswegen ist es wichtig, den Körper an ein gewisses Maß von „Kältestress“ zu gewöhnen, indem man -richtig angezogen- bei jedem Wetter für Bewegung an der frischen Luft sorgt! Die “Freck“ beginnt meist - wie jeder sicher schon mal erlebt hat - mit “brennendem“ Halsweh, dann geht es weiter mit Schnupfen, Husten und oft auch brennenden Augen. Eine Therapie, mit der man eine solche Erkrankung rasch beenden kann, gibt es leider nach wie vor nicht - vgl. den Kasten “Viren“! Man kann aber mit einfachen Mitteln die Beschwerden recht gut lindern, und im Zweifelsfalle wird der Arzt feststellen, ob es sich wirklich um eine “normale Erkältung“ handelt und ob eventuell Komplikationen eingetreten sind.

Halsweh / Mandelentzüng („Angina“)

Halsschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom. Die häufigste Art von “Halsweh“ ist das am Anfang einer Erkältung. Eine weitere häufige und wichtige Art ist das “Halsweh“ bei einer eitrigen Mandelentzündung (lat. “Angina tonsillaris“). Die beiden sind völlig verschieden zu behandeln. Wie kann man sie unterscheiden?

Das „Erkältungs-Halsweh“ tritt am Anfang einer virusbedingten Erkältung auf. Es ist ein eher „kratzender“ und „brennender“ Schmerz, der oft nach oben Richtung Nasen-Rachen-Raum zieht, manchmal auch nach unten Richtung Kehlkopf, und der durchaus ziemlich heftig sein kann. Meist ist er nach ein bis zwei Tagen vorbei und wird „abgelöst“ von Husten und Schnupfen. Linderung bringt oft schon das Lutschen von Hustenbonbons oder ähnlichem, ggf auch ein Schmerzmittel wie Paracetamol oder ASS. Bei einer durch Bakterien verursachten Mandelentzündung ist der Schmerz eher drückend, stark und meist von zunehmendem Fieber begleitet. Schnupfen und Husten treten nicht auf. Kinder klagen oft gleichzeitig über Kopf- und Bauchweh. Wegen der möglichen Folgen an Herz und Nieren werden Mandel-entzündungen mit Penicillin behandelt, und zwar in der Regel 10 Tage lang! Manchmal ist die Unterscheidung zwischen diesen beiden Arten von Hals-Infektionen nicht leicht, und der Arzt muß unter Umständenden Patienten mehrmals untersuchen, um über die richtige Therapie entscheiden zu können.

Nasennebenhöhlen-Enzündungen

Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume in den Oberkiefer- und Stirnkochen, die in Verbindung mit der Nase stehen. Wegen dieser Verbindung sind sie auch bei jedem Schnupfen mehr oder weniger stark mitbeteiligt. Unangenehm wird die Sache bei einer Vereiterung dieser Höhlen. Sie äußert sich in heftigen Schmerzen im Oberkiefer- oder Stirnbereich. Leichtere Fälle werden mit abschwellenden Nasentropfen und Kopfdampfbädern behandelt, während man bei einer ausgeprägten „Sinusitis“ mit Verdacht auf eine beginnende Vereiterung ein Antibioticum braucht.

Mittelohr-Entzündungen

Besonders bei Kindern treten als Komplikation von Erkältungen, aber auch aus heiterem Himmel, öfters Mittelohr-Entzündungen auf. Es kommt dabei zu starken Schmerzen im Ohr, manchmal auch zu einem eitrigen Ausfluß (wobei der Schmerz dann oft nachläßt!). Diese Infektionen sind häufig durch Bakterien verursacht und werden meist mit einem Antibioticum behandelt, weil sie sonst zu weiteren Komplikationen oder chronischen Verläufen führen können. Es gibt aber auch virusbedingte „katharrhalische“ Mittelohrentzündungen, die kürzer und harmloser verlaufen.

Der „Tubenkatharrh“

Hier handelt es sich um die “zugefallenen Ohren, die meist keine stärkeren Schmerzen verursachen, aber doch recht lästig sind. Der Zustand wird verursacht durch ein Zuschwellen der druckausgleichenden “Röhre“ zwischen Mittelohr und Nasen-Rachenraum, was dann zu einem Unterdruck im Ohr führt. Behandeln kann man mit abschwellenden Nasentropfen, evtl. ASS oder auch “Durchblasen“.

Die Bronchitis

Die Luftröhre verzweigt sich wie ein Baum in immer feinere Äste, die Bronchien. Wenn die innere Auskleidung, die „Schleimhäute“, dieser „tieferen Luftwege“ entzündet ist, spricht man von einer Bronchitis. Sie kann durch Viren und auch Bakterien verursacht sein. Durch Rauchen wird eine solche Infektion natürlich enorm gefördert, sie verläuft schwerer und dauert länger als beim Nichtraucher! Das Hauptsymptom ist Husten, der anfangs trocken ist und später den vermehrt gebildeten Schleim als „Auswurf“ hinausbefördert. Der Auswurf wird später oft gelblich, was nicht immer gleichbedeutend ist mit einer schwereren eitrigen Bronchitis. Bei der Bronchitis werden Medikamente eingesetzt, die helfen den Husten zu lösen. Das braucht immer seine Zeit! Solange der Husten hart und trocken ist, kann man ihn auch mit verschiedenen Medikamenten bremsen (wenn auch nicht ganz „blocken“). Gibt es Hinweise für eine stärkere bakterielle Infektion, so wird man Antibiotica zu Hilfe nehmen.

Die Lungenentzündung

Nachdem viel mehr Röntgenapparate zur Verfügung stehen und genutzt werden, werden auch häufiger Lungenentzündungen diagnostiziert als früher. Früher wurden nur Lungenentzündungen festgestellt, die am Zustand des Patienten und mit dem Stethoskop erkennbar waren. Dabei handelte es sich um die schwereren und - vor dem Zeitalter der Antibiotica - auch oft gefährlichen Fälle. Daher hatte die Lungenentzündung auch einen sehr „schlechten Ruf! Heute werden auch die kleineren und leichteren Fälle im Röntgenbild erfaßt. Die Diagnose einer Lungenentzündung ist also heute durchaus nicht immer gleichbedeutend mit einer gefährlichen Situation! Allerdings muß jede Lungenentzündung sorgfältig beobachtet und behandelt werden, denn um eine „Kleinigkeit“ handelt es sich nie! Auch hier kommen Viren und Bakterien als Auslöser in Frage. Die Unterscheidung ist häufig nicht möglich, so daß meist mit einem Antibioticum behandelt wird, obgleich dies nicht unbedingt zwangsläufig notwendig ist. “Lungenentzündung“ bedeutet eine Infektion und Entzündung, die über die Luftwege (Bronchien) hinausgeht und das umliegende Lungengewebe erfaßt. Bei einer schweren Lungenentzündung fällt sofort auf, daß der Patient viel “kränker“ ist als bei einer normalen Erkältung. Er hat einen eher trockenen “kurzen“ Husten, ist kurzatmig, hat oft hohes Fieber und fühlt sich sehr schwach.Ein solcher Patient muß manchmal sogar ins Krankenhaus eingewiesen werden, während eine leichtere Lungenentzündung durchaus ambulant behandelt werden kann.

Die „echte Grippe“

Bei der “echten“ Grippe“ (lat. Influenza) handelt es sich um eine Infektion mit einer speziellen Art von Viren, den Grippeviren, von denen es einige Variationen gibt, so daß die betreffenden Impfstoffe von Zeit zu Zeit an die aktuelle Lage angepasst werden müssen. Die Grippe ist eine relativ schwere Erkrankung, ähnlich einer “Erkältung“, aber eben meist schwerer. Häufig treten Komplikationen wie z.B. Lungenentzündungen auf, so daß eine Grippe für ältere und geschwächte Menschen durchaus gefährlich werden kann! Eine Impfung ist für diesen Personenkreis also sehr zu empfehlen!

Bakterien

Bakterien sind mikroskopisch kleine Lebewesen. Sie bestehen nur aus einer einzigen Zelle und vermehren sich, indem sie sich teilen (aus einem Bakterium werden zwei). Sie haben einen eigenen Stoffwechsel, der sie zu Wachstum, Bewegung und Vermehrung befähigt und der sich biochemisch in verschiedenen Punkten von denen anderer Lebewesen unterscheidet. Diese speziellen Stoffwechselvorgänge der Bakterien kann man durch Antibiotica stören und die Bakterien so bekämpfen. Es sind aber durchaus nicht alle Bakterien “feindlich“ -  mit sehr vielen leben wir “friedlich“ zusammen, und einige - z.B. Darmbakterien -  sind uns auch nützlich.

Antibiotica

Antibiotica sind Medikamente, die den Stoffwechsel von Bakterien stören, die ihre Vermehrung verhindern oder sie sogar zerstören können. Antibiotica wirken nicht gegen Viren. Das älteste und bekannteste Antibioticum ist das Penicillin, entdeckt 1928 von Sir Alexander Fleming. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von anderen Antibiotica, die teils ähnlich, teils aber auch ganz anders sind als Penicillin.

Antibiotica sind immer gegen bestimmte Arten von Bakterien - nie gegen alle - wirksam. Manche - die sog. “Breitband-Antibiotica“ -sind gegen viele Arten, andere nur gegen wenige wirksam. Bei der antibakteriellen Therapie ist es in der Regel allerdings am besten, wen man möglichst gezielt mit einem “Schmalband-Antibioticum“ arbeitet und nicht “blind“ nach der “Schrotschuß-Methode“.

Die Antibiotica sind sehr wichtige und wertvolle Medikamente. Ein besonderes Problem ist allerdings die “Züchtung“ von besonders widerstandsfähigen („resistenten“) Bakterien. Daher sind Antibiotica immer mit Bedacht zu verordnen und genau nach ärztlicher Anweisung einzunehmen.

Viren

Viren sind keine Lebewesen. Sie können nicht selbständig wachsen, sich nicht bewegen und auch nicht sich selbständig vermehren. Sie sind eigentlich ein in eine Eiweißhülle verpacktes “biologisches Programm“, ähnlich den Programmen, die - in Form der “DNS“ - in den Zellen der Lebewesen alle Lebensvorgänge steuern. Ein Virus -“Programm“ kann, wenn die körpereigenen Abwehrkräfte es nicht hindern, in eine lebendige Zelle eines Lebewesens -Pflanze, Tier oder Mensch - aufgenommen werden. In vielen Fällen erkennt die Zelle das Virus-Prograrnm nicht als “fremd“ und beginnt nach den Virus-Programm-Befehlen zu arbeiten - das heißt vor allem neue Viren zu produzieren!

(Es ist also sehr zutreffend, wenn man bei Computern Stör-Programme als “Viren“ bezeichnet!)

Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, kann man sie auch nicht mit Antibiotica bekämpfen. Bis auf wenige Ausnahmen kommt man mit Medikamenten an die Viren nicht “heran“. Man kann aber sehr wohl die Symptome und Auswirkungen von Viruserkrankungen mit Medikamenten behandeln und lindern.

 

Zu hohes Cholesterin - was tun?

Diese Frage ist seit der Marktrücknahme von Lipobay und Zenas (Cerivastatin) brandaktuell.

Dazu muß man einige Dinge wissen:

    ŸCholesterin ist ein natürlicherweise im Körper (bei Menschen und Tieren) vorhandener Stoff. Es ist ein Bestandteil aller Zellen und ein wichtiges Zwischenprodukt des Stoffwechsels, z.B. bei der Synthese von Hormonen.

    ŸCholesterin wird zu einem großen Teil vom Körper selber hergestellt und zu einem weiteren Teil aus tierischen Nahrungsstoffen aufgenommen.

    ŸÄhnlich wie beim Zucker gilt:
    Ein lebenswichtiger Stoff, aber allzu viel ist ungesund!

    ŸEin zu hohes Cholesterin ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Verengungen und Verkalkungen in den Arterien, mit der Folge von Durchblutungsstörungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine etc...).

    ŸDen Risikofaktor “hohes Cholesterin” darf man nicht isoliert betrachten. Ein hohes Cholesterin alleine macht noch keinen Herzinfarkt.

    ŸWeitere, wichtige Faktoren bei der Entstehung der Arteriosklerose sind:

    «hoher Blutdruck

    «Diabetes

    «Rauchen

    «Bewegungsmangel

    «Alter

    «Geschlecht

Die Frage, welcher Cholesterinwert “zu hoch” ist, muß also in jedem Fall individuell beantwortet werden!

Allgemein wird heute ein Wert unter 200 als optimal angesehen. Ob ein höherer Wert aber als bedenklich oder gar gefährlich einzustufen ist, hängt von den oben genannten weiteren Faktoren ab - und auch von der Frage, ob bereits eine arteriosklerotische Erkrankung eingetreten ist.

Außerdem die Verteilung der Untergruppen des Gesamt-Cholesterins zu beachten:

    ŸEin hohes “HDL” ist günstig, es bewirkt einen Schutz vor Arteriosklerose.

    ŸEin hohes “LDL” dagegen ist ungünstig und erhöht die Gefahr.
     

Wie kann man nun ein zu hohes Cholesterin senken?

In erster Linie sollte man darauf achten, daß man sich nicht zu viel Cholesterin “von außen” zuführt, d.h. Menschen mit zu hohem Cholesterin sollten mit tierischen Nahrungsmitteln, vor allem tierischen Fetten, sehr sparsam umgehen.

Vom Körpergewicht hängt das Cholesterin allerdings nicht so sehr ab - es gibt durchaus auch schlanke Menschen mit stark erhöhtem Cholesterin! (Trotzdem ist es narürlich aus vielen Gründen, und auch bei vielen “Cholesterin-Patienten”, wichtig, das Gewicht normal zu halten).

Und was ist mit Medikamenten?

Es gibt inzwischen mehrere Arten von wirksamen “Cholesterinsenkern”. Leider ist es wie immer: je wirksamer ein Medikament ist, desto mehr muß man auch mit Nebenwirkungen rechnen.

Die wirksamsten Medikamente sind die sog. “Statine” (oder “CSE-Hemmer” oder “HMG-CoA-Reduktase-Hemmer“). Zu Ihnen gehört das Cerivastatin (Lipobay/Zenas), das jetzt so in Verruf gekommen ist. Andere Medikamente aus diese Gruppe sind Cranoc, Denan, Liprevil, Locol, Mevalotin, Mevinacor, Pravasin, Sortis und Zocor. Bei allen diesen Medikamenten sind Nebenwirkungen vor allem an der Muskulatur (von leichteren Muskelschmerzen bis hin zur gefährlichen “Rhabdomyolyse”) möglich. Bei Lipobay/Zenas sind diese Nebenwirkungen allerdings, wie sich jetzt herausgestellt hat, besonders häufig aufgetreten.

Soll man diese Medikamente nun überhaupt noch nehmen?

Das hängt vom individuellen Risiko ab!

Jemand mit einem hohen Risiko für eine arteriosklerotische Erkrankung (z.B. einen Herzinfarkt) sollte schon damit behandelt werden. Wie immer in der Medizin, muß der Arzt Nutzen und Risiko einer Behandlung abwägen - was sicherlich nicht immer leicht ist, und wofür es oft keine “Kochrezepte” und Tabellen gibt!

Und was gibt es noch für Medikamente?

Wirksam sind auch die “Fibrate” und das Cholestyramin, die je nach Lage des Falles eingesetzt werden können. Andere Wirkstoffe spielen nur noch eine geringe Rolle.

Gibt es denn keine “natürlichen” Medikamente?

Meine Patienten wissen sicher, daß ich keinen grundsätzlichen Unterschied sehe zwischen “Natur” und “Chemie”.

Im Bereich der “Lipid-(Fett-)Senker” werden oft Knoblauch- und Fischöl- Präparate genannt. Tatsächlich sind bei diesen Substanzen Wirkungen nachzuweisen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind, daß (im Falle eines ernsthaften Risikos) der Arzt eine Empfehlung aussprechen könnte.

“Natürliche” Behandlung heißt auch hier vor allem: naturgemäße Lebensweise! Vernünftige Ernährung, genug Bewegung und nicht rauchen!

 

Osteoporose
Die Osteoporose, der "Knochenschwund", ist genaugenommen eigentlich gar keine Krankheit, sondern eine normale Alterserscheinung. So wie viele andere Funktionen und Organe im Alter nachlassen, nimmt auch der Knochen ab. Zur Krankheit wird die Osteoporose dann, wenn sie besonders stark und besonders früh auftritt.

Risikofaktoren für einen solchen Verlauf sind:

- zu geringe Calciumaufnahme mit der Nahrung
- zu wenig Bewegung
- Rauchen
- Vererbung (Fälle von Osteoporose in der Familie?)
- verminderte Produktion von Sexualhormonen,    insbesondere bei der Frau (später Beginn und frühes Ende der Monatsblutung)
- Konstitution (betroffen sind eher "zart gebaute" Frauen)

Auch verschiedene Erkrankungen oder medikamentöse Therapien können eine Osteoporose fördern, insbesondere eine ausgeprägte Nierenschwäche, eine Schilddrüsenüberfunktion, verschiedene andere hormonelle Erkrankungen und vor allem auch eine (manchmal notwendige) Dauerbehandlung mit Cortison.

Was kann man tun?

In der Jugend Knochen aufbauen.
In der Kindheit und Jugend wird ein "Vorrat" an Knochen aufgebaut, von dem man später "zehrt". Wichtig ist also besonders in dieser Zeit eine gesunde Ernährung und viel Bewegung. Für eine gute Calciumversorgung ist es wichtig, regelmäßig Milch zu trinken und Milchprodukte zu essen (Joghurt, Käse, Quark...).  Auch Haferflocken, Nudeln, Obst, Gemüse und Fisch enthalten Calcium, Fleisch und Wurst dagegen relativ wenig.

Als Erwachsener Knochen erhalten.
Achten Sie im Erwachsenenalter weiterhin auf eine ausreichende Calciumzufuhr und regelmäßige Bewegung!

Im Alter den Knochen schützen.
Nach wie vor sind Ernährung und Bewegung entscheidend! Ein Knochen, der nicht mehr beansprucht wird, baut schneller ab!

Für Frauen, bei denen das knochenaufbauende Geschlechtshormon Östrogen in den Wechseljahren innerhalb kurzer Zeit verloren geht, ergibt sich die Frage einer knochenschützenden Behandlung mit Hormonen. Abhängig von der individuellen Risikosituation ist diese Frage mit dem Hausarzt zu klären! Bei Männern ist der Nutzen einer Testosteron-Behandlung noch nicht gesichert (vgl. auch den Artikel über „Anti-Aging-Medizin“!)

Da bei alten Menschen die Ernährung öfters mangelhaft ist und sie auch nicht mehr so oft an die Sonne kommen, kann eine zusätzliche Einnahme von Calcium und Vitamin D 3 sinnvoll sein.

 

Diagnostik

Nach wie vor ein großes Problem ist die Erkennung von Frühstadien der Osteoporose. Häufig wird hierfür (meist gegen private Bezahlung!) eine Ultraschallmessung der Knochen angeboten. Dieses Verfahren ist aber viel zu unzuverlässig, eine Abschätzung des Knochenbruchrisikos und damit eine Entscheidung für  oder gegen eine Therapie lässt sich daraus nicht ableiten. Die bisher beste Untersuchungsmethode, die DXA-Röntgentechnik, wird nur an wenigen Stellen angeboten und nur in Ausnahmefällen (wenn schon ein Knochenbruch eingetreten ist!) von der Krankenkasse bezahlt. Man muss allerdings auch sagen, dass diese zur Zeit beste Technik auch noch keine sichere Aussage über die Höhe des Knochenbruchrisikos ergibt!

Am besten lässt sich das individuelle Risiko immer noch an der Vorgeschichte (bezüglich der oben aufgezählten Faktoren) ablesen. Besonders hoch ist das Risiko (für weitere Frakturen), wenn bereits eine Fraktur (schleichend an der Wirbelsäule, bei geringfügigem Unfall an anderen Knochen) aufgetreten ist!

 

Therapie

Für jeden Osteoporose-Patienten ist eine gute Versorgung mit Calcium und Vitamin D 3 grundlegend. Wie oben erwähnt, ist bei Frauen mit besonderem "Risikoprofil" in und nach den Wechseljahren eine Behandlung mit Hormonen für 5 bis 10 Jahre sinnvoll. Darüber hinaus gibt es weitere Medikamente, deren Anwendung individuell vom Arzt entschieden werden muss: die sogenannten Bisphosphonate, hormonähnliche Substanzen wie das Raloxifen, evtl. auch noch Fluor, unter Umständen auch noch das früher häufiger gebrauchte Calcitonin.

 

Mir geht´s gut - trotz Diabetes!

Jeder, bei dem die Diagnose "Diabetes" gestellt wird, bekommt zunächst einmal einen großen Schreck. Man fürchtet viele Verbote beim Essen und die Abhängigkeit von Tabletten oder gar Spritzen!

Tatsächlich muß der Diabetiker bei seiner Lebensführung einige Regeln beachten. Bei den meisten Fällen, den älteren "Typ-2-Diabetikern", sind diese Regeln jedoch gar nicht so schlimm und unterscheiden sich nicht so sehr von denen, die jeder für eine gesunde Lebensweise beherzigen sollte!

Was darf ich überhaupt noch essen?

Die erste Angst ist sicher die vor einer von vielen Verboten und Einschränkungen bestimmten "Diät" - Verordnung.

Glücklicherweise ist gerade diese Angst ganz unbegründet. Die Regeln für die meisten älteren Diabetiker entsprechen nämlich zum größten Teil den allgemeinen Regeln für eine gesunde Ernhrung. Sie lauten nämlich:

1. Sorge für ein normales Gewicht!

2. Iss viel pflanzliche Kost und  wenig Fleisch!

3. Iss jeden Tag etwas Frisches: Obst, Salate, Rohkost!

4. Sei sparsam mit Fett!

 

Für den Diabetiker kommen dann nur noch wenige Besonderheiten dazu, nämlich

5. Verteile das Essen gleichmäßig über den Tag, mit 5 - 6 kleinen Mahlzeiten!

Und schlielich die einzige echte Einschränkung:

6. Vermeide "normalen" Zucker.

 

Worin besteht denn nun eigentlich die Zuckerkrankheit?

Und was ist ein Typ-2 Diabetiker?

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Stoffwechselsötrung, die die Energieversorgung des Körpers betrifft. Der Zucker, um den es geht, ist der Traubenzucker (Glukose). Dieser Zucker ist der hauptsächliche Energielieferant für den gesamten Körper. Insbesondere das Gehirn "läuft" nur mit Glukose! Der hohe Zuckergehalt im Blut ist also eigentlich nur ein Anzeichen der Krankheit. Das Hauptproblem für den Organismus besteht darin, daß er seinen Energiebedarf nur mit Schwierigkeiten und auf Umwegen decken kann. Dadurch entstehen vielfältige Probleme und Schäden an verschiedenen Organen. Der hohe Zuckergehalt im Blut schädigt allerdings auch direkt die Blutgefäße. Damit kommen wir auch schon zu den Komplikationen, die es zu verhüten gilt: Ein "schlecht eingestellter" Diabetes führt zu erheblichen Durchblutungsstörungen, besonders im Gehirn, am Herzen und in den Beinen! Daneben treten auch andere, ebenso böse Schäden an Augen, Nieren und Nerven auf.

 

Alle diese Komplikationen lassen sich verhindern!

Wie kommt nun diese Stoffwechselsötrung zustande? Damit der "Treibstoff" Glukose in den Körperzellen verwertet werden kann, ist ein Hormon notwendig, das Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Dieses Hormon wird nun beim Diabetiker entweder zu wenig oder gar nicht produziert, oder es wirkt nicht richtig. Hier unterscheiden sich auch die beiden Typen von Diabetikern: Der Diabetes Typ 1 tritt vor allem bei Kindern und jungen Menschen auf. Seine Ursachen sind noch nicht genau bekannt. Eine Veranlagung (Erblichkeit) spielt hier nur eine geringe Rolle. Bei den jungen Typ 1- Diabetikern fällt die Insulinproduktion in kurzer Zeit ganz aus, so da sie von Anfang an das Insulin "von aussen" in Form von Spritzen zuführen müssen.

Ganz anders sind die Verhältnisse beim Typ 2-Diabetiker. Hier tritt die Krankheit im Erwachsenenalter auf. Sie beruht zum großen Teil auf einer Veranlagung. Häufig haben schon andere Familienmitglieder in früheren Generationen einen Diabetes gehabt. Ob aus dieser Veranlagung eine Krankheit wird, hängt in erster Linie vom Körpergewicht ab! Die meisten Erwachsenen, bei denen ein Diabetes festgestellt wird, sind übergewichtig. Wenn es dann gelingt, das Gewicht zu reduzieren, normalisiert sich der Zuckerstoffwechsel oft für lange Zeit! Der Typ 2-Diabetiker hat nämlich seltsamerweise häufig nicht zu wenig, sondern sogar zu viel Insulin im Blut. Die Wirkung des Insulins ist allerdings gestört, und zwar durch das Übergewicht! Diese Störung, die sogenannte Insulinresistenz, wird durch eine Gewichtsabnahme gebessert oder sogar behoben.

Diese Zusammenhänge waren in früheren Jahren noch wenig bekannt, so da häufig der Fehler gemacht wurde, Diabetiker von Anfang an mit Tabletten zu behandeln. Damit wurde die eigentliche Störung, die Insulinresistenz, jedoch nicht gebessert und lediglich eine wenig effektive Blutzuckerkosmetik betrieben.

 

Bloss keine Spritze!?

Noch grösser als die Angst vor der Diät ist sicher bei den meisten Menschen die Angst vor der täglichen Spritze. Sicher ist es nicht angenehm, sich jeden Tag pieksen zu müssen. Dank moderner Technik sind diese Spritzen jedoch heutzutage wirklich harmlos und einfach zu machen.

 

Und wann muß gespritzt werden?

Ganz einfach: wenn bei richtiger Ernährung und trotz richtiger Tablettenbehandlung der Zuckerstoffwechsel nicht gut “funktioniert“. Feststellen kann man das an den Urin- und Blutzuckerwerten zu verschiedenen Tageszeiten und insbesondere an dem “HbA1c-Wert“, der den “durchschnittlichen“ Zuckerwert in den letzten 6-8 Wochen repräsentiert.

 

Bewegung !

Von größter Wichtigkeit für den Diabetiker ist regelmäßige körperliche Bewegung. Sie hat einen starken Einfluß auf den Zuckerstoffwechsel, insbesondere auf die oben erwähnte “Insulinresistenz“. Deswegen braucht man nicht unbedingt Sportler zuwerden! Es nützt schon sehr viel, wenn man  sich im täglichen Leben möglicht viel Bewegung verschafft. Dazu ein paar Tips:

 

Mach möglichst viel zu Fuß!

Parke Dein Auto immer ein Stück weiter weg!

Steige eine Station früher aus dem Bus aus!

Benutze keine Rolltreppen und Aufzüge!

 

Natürlich ist man im höheren Lebensalter in seiner Beweglichkeit meist deutlich eingeschränkt. Dafür hat man eher Zeit, längere Spaziergänge zu machen - und das ist eine hervorragende Art des körperlichen “Trainings“ für ältere Menschen! Das Tempo sollte dabei aber auch ein bißchen flott sein.

 

Wie soll ich meinen Zucker selbst kontrollieren?

Das hängt ganz von der individuellen Situation ab. Bei einem “stabilen“ Diabetes, der mit Diät und evtl. Tabletten gut eingestellt ist, reichen Selbstkontrollen des Urinzuckers aus. Das wichtigste Meßinstrument zu hause ist für viele “Typ 2-Diabetiker“ die Waage!

Dagegen ist bei intensiver Insulin-Therapie, besonders beim jüngeren Diabetiker, eine ständige Blutzucker-
Selbstkontrolle notwendig, oft sogar mehrmals am Tag!

Auch der ältere Insulin-spritzende Patient muß, wenn er seinen Tagesablauf und Essensplan sehr individuell und “abwechslungsreich“ gestalten will,  seine Insulindosen anpassen und daher den Zucker häufig messen.

Besprechen Sie mit dem Arzt, was für Sie das richtige ist!

 

Vor allem aber
denken Sie immer daran:

Mit Diabetes
kann man leben!

Grundregeln für ältere Diabetiker

Essen Sie so, daß es Ihnen schmeckt

und sie gesund bleiben !

Bewegen Sie sich !

Rauchen Sie nicht !

Essen Sie regelmäßig; am besten 5-6 Portionen, über den Tag verteilt.

Dabei sollten die größeren Portionen vom Frühstück bis zum Mittagessen gegessen werden, nachmittags und abends kleinere Portionen.

Steuern Sie Ihr individuelles Normalgewicht an!

Mit welchem Gewicht haben Sie sich am wohlsten gefühlt?

Essen Sie weniger Fett!

Bevorzugen Sie Pflanzenfette und -öle!

Die “Kohlenhydrate” sind die Basis der gesunden Ernährung.

Essen Sie mehr Gemüse, Obst und Vollkornbrot!

Essen Sie jeden Tag eine Portion Rohkost!

Auch Kartoffeln, Reis und Nudeln sind gut - aber alles mit Maß!

Eiweiß braucht man auch:

Essen Sie nicht so viel Fleisch,

- aber jede Woche einmal Fisch!

Trinken Sie mehr! Wasser, Tee, auch etwas Fruchtsaft,

wenig Alkohol! Jeden Tag etwas Milch.

“Diät-Nahrungsmittel” sind zum größten Teil überflüssig.

- Achten Sie auf den Fettgehalt!

 

Die “Einer-Regel” - ein einfacher Ernährungsplan für alte Menschen mit Diabetes

Morgens und abends jeweils

1 Scheibe (Grau/Vollkorn-) Brot

1 Messerspitze Streichfett (Halbfett-Butter oder -Margarine)

1 Teelöffel Diabetiker-Marmelade

oder

1 Scheibe Wurst oder Käse (magere Sorten)

oder

1 Eßlöffel Quark mit Kräutern

oder

1 Tomate

oder etwas ähnliches...

 

Mittags

1 große (oder 2 kleine) Kartoffel(n)

1 gute Portion Gemüse - mal roh, mal gekocht

1 Stück Fleisch - nicht so groß, mit wenig Fett, nicht so oft,
3 x pro Woche reicht!

oder

1 Stück (See-) Fisch, 1-2 x pro Woche

oder

1 Ei

oder

1 Extra-Portion Kartoffeln/Gemüse!

1 Stück Obst

 

Vormittags und nachmittags als Zwischenmahlzeit (Regel: vormittags mehr, nachmittags weniger!)

1 Scheibe Knäckebrot mit 1 Messespitze Streichfett und etwas Diabetiker-Marmelade oder Quark

oder

1 Natur-Joghurt (vielleicht mit etwas Früchten drin)

oder

1 (kleinerer) Apfel, oder eine andere kleine Portion Obst

oder

1 Glas Milch

 

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