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Hier: 2 Artikel zu den Themen Impfungen und
Medizin im
Internet.

 

Was gibt’s neues vom Impfen?- Update 2007                    Ó Dr. Herberhold

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkomission (StIKo)*
am Robert Koch-Institut, Stand März 2007

Kinder

Die Impfung gegen HPV-Viren wird für alle Mädchen empfohlen – siehe weiter unten! Die Impfung wird inzwischen auch von den Kassen übernommen.

Schon im letzten Jahr wurden für alle Kinder bis zu 2 Jahren Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken eingeführt.

Diese beiden Bakterienarten gehören zu den wichtigsten Erregern
von schweren Infektionen im Kleinkindalter. Auch wenn gefährliche Verläufe nicht häufig sind, soll doch die Chance genutzt werden, die Kinder gegen möglicherweise tödliche Erkrankungen zu schützen.

Die Pneumokokken-Impfung wird in den Lebensmonaten 2-14 vier mal, parallel zu der bekannten 6fach-Impfung (s.u.), durchgeführt, die Meningokokken-Impfung ein mal, möglichst bald im 2. Lebensjahr, nach erfolgter erster Masern-Mumps- und Rötelnimpfung.

 

Der übrige Impfplan  für alle Kinder bleibt im wesentlichen un-verändert. Er sieht wie seit Jahren Impfungen gegen die folgenden Erkrankungen vor:

    «Diphterie - eine gefährliche Rachenentzündung, der früher viele Kinder zum Opfer gefallen sind und die heute noch insbesondere in Osteuropa (ehem. UdSSR) vorkommt

    «Tetanus (Wundstarrkrampf) - eine gefährliche Wundinfektion

    «Keuchhusten (Pertussis) - in späteren Lebensjahren (auch bei Erwachsenen!) “nur” sehr unangenehm, bei Säuglingen aber gefährlich!

    «Infektionen durch die Hib (Haemophilus influenzae b) - Bakterien, die einen großen Teil der Hirnhautentzündungen (Meningitis) in den ersten Lebensjahren  und die gefährliche Epiglottitis (Kehldeckel-entzündung) verursachen

    «Polio (Kinderlähmung) - in Europa sehr selten geworden, aber weiterhin eine mögliche Gefahr! Aus bestimmten Gründen wird diese Impfung nicht mehr als Schluckimpfung, sondern (wieder) als “Spritze” durchgeführt.

    «Hepatitis B - eine Leberentzündung durch das Hep.-B-Virus, übertragen durch direkten Blutkontakt und Geschlechtsverkehr, die chronisch werden und schlimmstenfalls einen Leberkrebs nach sich ziehen kann

    JDiese 6 Impfungen (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hib, Polio und Hep. B) sind in Kombinations-Impfstoffen, also zusammen
    in einer Spritze, “zu haben”. Die Impfungen sollten möglichst zu Beginn des 3. Lebensmonats, also in der 10.-11. Lebenswoche, praktischerweise zusammen mit der “U 4”, begonnen werden. Zwei weitere 6fach-Impfungen sind dann in Abständen von jeweils einem Monat erforderlich, eine vierte mit 11-14 Monaten, also am besten zusammen mit der “U 6” im Alter von einem Jahr.

 

    «Masern - eine sehr unangenehme Krankheit; die Impfung soll vor allem gefährliche Komplikationen wie Hirnhautentzündungen verhindern. Auch in Deutschland gibt es wieder Masern-Ausbrüche!

    «Mumps - auch hier sollen Komplikationen, vor allem Hirnhaut-entzündungen, verhindert werden.

    «Röteln - hier geht es um die Verhinderung von Infektionen bei Schwangeren, die zu schweren Mißbildungen führen können.

    JDiese 3 Impfungen werden ebenfalls zusammen in einer Spritze verabfolgt- zum ersten mal mit 11-14 Monaten, also auch zusammen mit der 4. 6fach-Impfung, zum zweiten mal schon ab
    4 Wochen nach der ersten, spätestens aber mit 2 Jahren (“U 7”).

    ¬Windpocken - Obwohl die Windpocken meist eine harmlose Erkrankung sind, können in einigen Situationen (Neurodermitis, Immunschwäche, Schwangerschaft...) unangenehme bis gefährliche Komplikationen auftreten. Die StIKo empfiehlt die Impfung daher seit 2004 für alle Kinder. Sie soll zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat durchgeführt werden, also zusammen mit der 4. 6fach- und/oder der Masern-Mumps-Röteln-Impfung.

    JNeuerdings gibt es auch einen 4fach-Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken, was das inzwischen sehr umfangreiche Impfprogramm wieder etwas vereinfacht.

 

Übrigens:  Bedenken wegen der Vielzahl von Impfungen, insbesondere auch gegen die Mehrfach-Impfstoffe (gleichzeitige Impfung gegen 2-6 Erreger!), bezüglich der Verträglichkeit und Wirksamkeit sind unbe-gründet. Eine “Überforderung” des Immunsystems findet nicht statt!

 

Noch recht neu ist eine Impfung gegen Rota-Viren, die zu den häufigsten Erregern von Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern gehören. Die Erfahrungen sind noch beschränkt, eine Empfehlung der StIKo gibt es bisher nicht. Die Impfung wird als Schluckimpfung bis zur 24. oder 26. Lebenswoche durchgeführt.

 

Das waren die Impfungen im Kleinkindalter - und so geht’s weiter:

    ðMit (4-) 6 Jahren eine Auffrischung gegen Tetanus, Diphtherie und - das ist seit Januar 2006 neu - Keuchhusten.

    ðMädchen sollen vor Beginn der sexuellen Aktivität, am besten schon mit 12-13 Jahren, gegen das Humane Papillomvirus (HPV) geimpft werden. Dieser sehr häufige Erreger kann Genitalwarzen und Zellveränderungen bis hin zum Zervixkarzinom (Krebs des Gebärmutterhalses) verursachen. Es handelt sich also hier um die erste Impfung gegen eine mögliche Krebs-Ursache! 

    ðMit 9-17 Jahren - am besten mit etwa 13, zusammen mit der Jugend-Gesundheits-Untersuchung - eine Auffrischung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio

    ðalle 10 Jahre, für den Rest des Lebens! Auffrischungen gegen Tetanus und Diphtherie. Wenn diese Auffrischungen vergessen wurden, muß allerdings, wenn eine komplette “Grundimmun-isierung” erfolgt ist, die Impfung nicht “von vorne” begonnen werden - es genügt dann immer eine Auffrischung.

 

Erwachsene

Nach wie vor gilt: alle 10 Jahre Auffrischung gegen Tetanus (besonders wichtig für Leute mit Garten!) und Diphtherie.

Grippe - empfehlenswert für alle älteren Menschen, vor allem solche mit chronischen Erkrankungen (Lunge, Herz, Diabetes...) - jedes Jahr!

Pneumokokken

Die Impfung, die jetzt bei allen Kleinkindern durchgeführt werden soll, wird auch für ältere Menschen ab 60 empfohlen; allerding ist die “Schutzrate” wohl nicht so gut wie bei anderen Impfungen. Auch schützt die Impfung nicht, wie häufig angenommen, gegen Lungen-entzündungen, sondern nur gegen eine weitere Ausbreitung im Körper (sog. “invasive Erkrankungen”). Wenn aber besondere Risiken bestehen, ist diese Impfung sinnvoll - Arzt fragen!

Ggf. alle 6 Jahre!

 

Was ist sonst noch neu?

Die Wichtigkeit der Keuchhusten-Impfung wird erneut betont. Auch Kinder und Jugendliche, die bisher nicht geimpft sind, sollen gegen Keuchhusten geimpft werden. Wichtig ist die Impfung vor allem für den Schutz von Neugeborenen und jungen Säuglingen, die noch keinen ausreichenden eigenen Impfschutz haben und für die ein Keuchhusten lebensgefährlich sein kann. Dementsprechend wird insbesondere empfohlen, vor der Geburt eines Geschwisterkindes den Impfschutz der älteren Kinder zu überprüfen und ggf. zu vervoll-ständigen. Auch andere enge Kontaktpersonen (Eltern!, evtl. auch Tagesmütter, Großeltern und häufige Babysitter) sollten möglichst geimpft sein. Ebenso sollten sich Frauen mit Kinderwunsch vor einer Schwangerschaft impfen lassen.

Leider gibt es zur Zeit keinen geeigneten und zugelassenen monovalenten Impfstoff gegen Keuchhusten. Aus rein ökonomischen Gründen hat die Industrie die Herstellung dieser Präparate eingestellt! Die für die oben dargestellten Indikationen empfohlene Impfung kann bei bisher ungeimpften Personen also zur Zeit nicht in regelrechter Weise durchgeführt werden. Als Notlösung empfiehlt die StIKo, bei einer anstehenden Tetanus- und Diphtherie- Auffrischung gegebenenfalls den zur Auffrischung bei älteren Kindern und Jugendlichen vorgesehenen 3fach-Impfstoff mit Keuchhusten-Komponente zu verwenden. Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen wäre noch zu klären...

 

Die Risikogebiete für die von Zecken übertragene FSME wurden aktualisiert. Wesentlich Änderungen ergeben sich nicht. Betroffen sind in Deutschland vor allem Bayern und Baden-Württemberg. Das Saarland ist nach wie vor kein FSME-Gebiet! Bezüglich der Impfung von Kindern wird darauf hingewiesen, daß die Erkrankung im Allgemeinen leichter verläuft als beim Erwachsenen und nur in Einzelfällen Restschäden bleiben. Da besonders bei Kleinkindern häufig ausgeprägte Fieberreaktionen auftreten, “wird vor der Impfung von Kindern unter 3 Jahren gemeinsam mit den Eltern eine besonders sorgfältige Indikationsstellung empfohlen”.

 

Welche Personen / Personenkreise (Kranke, Angehörige, Berufe...) brauchen spezielle Impfungen?

 

Lesen Sie dazu die folgenden Empfehlungen!

 

Reise-Impfungen: erkundigen Sie sich nach unserer besonderen Reise-Impf-Beratung!

 

Eine Zusammenstellung der aktuellen Kosten von Reise-Impfstoffen finden Sie am Ende dieser Info.

 

* Die Ständige Impf-Komission (StIKo) ist eine Komission von Experten des Robert-Koch-Instituts, einer Einrichtung des Bundesministeriums für Gesundheit, die regelmäßig Impfempfehlungen herausgibt.

Die Empfehlungen finden sie im Internet auf der website des Robert-Koch-Instituts - www.rki.de - unter Infektionsschutz-> Impfen -> Empfehlungen der StIKo.

 

Personen und Gruppen, bei denen
besondere Impfungen erforderlich, anzuraten
oder zu überlegen sind                        
Ó Dr. Herberhold

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkomission,
                                  

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Nicht jede aufgeführte Indikation ist zwingend oder dringlich!

Das Risiko einer Erkrankung und der Nutzen einer Impfung ist immer im Einzelfall zu beurteilen. Fragen Sie Ihren Arzt!

Menschen ab 60 Jahren:       Grippe, Pneumokokken

Ungeimpfte Personen in Familien, in denen weiterer “Nachwuchs” erwartet wird, sowie ungeimpfte Mütter von Neugeborenen:                                                                                                                    .                                               Keuchhusten

Ungeimpfte 9-17jährige, die noch keine Windpocken hatten:
                                                 Windpocken

Menschen mit chronischen Krankheiten

Lungen-, Herz-, Leber- und Nierenkrankeiten, Krebs, Blutkrankheiten, Diabetes und andere (schwerere) Stoffwechselkr., Immunschwäche:
                                                 Grippe, Pneumokokken
Asplenie / nach Milzentfernung, bestimmte Immundefektezusätzlich:
                                            Hib, Meningokokken
(substitutionspflicht.) Hämophilie: Hepatitis A und B

Dialyse-Patienten:               Hepatitis B

vor ausgedehnten Operationen, z. B. mit Herz-Lungen-Maschine:
                                             Hepatitis B
vor immunsuppressiver Therapie/Transplant. (+ Kontakt-personen), Leukämie-Patienten (+ Kontaktpersonen):
                                              Pneumokokken, Windpocken

schwere Neurodermitis (+ Kontaktpersonen):    Windpocken

chron. Leberkranke:              Hepatitis A und B

HIV-Positive:                          Hepatitis B, Pneumokokken

Menschen mit best. Krebserkrankungen, Organ-transplantationen, Sichelzellenanaemiem, Liquorfistel:           Pneumokokken

Kontaktpersonen von Kranken

bei engem Kontakt zu...
...Hepatitis-B-Patienten/HBsAg-Trägern,
auch in Gemeinschftseinrichtungen wie KiTa, Schulen...
                                                 Hepatitis B
...Patienten vor immunsuppress. Ther. oder Transpl.
oder mit Leukämie:                   Pneumokokken, Windpocken

...Patienten mit schwerer Neurodermitis
                                                 Windpocken
bei häufigem Kontakt zu Alten und chronisch Kranken:
                                                 Grippe

Mekka-Pilger                            Meningokokken

Frauen mit Kinderwunsch:  Röteln, Keuchhusten, Windpocken

Neugeborene von HBsAg-positiven Müttern oder Müttern mit unbek. HB-Status:                                  Hepatitis B

Frühgeborene und Säuglinge mit Gedeihstörungen oder neurolog. Schäden:                                    Pneumokokken

homosexuell aktive Männer:   Hepatitis A und B

Personal in Kinder-Tagesstätten, Kindergärten,
Schulen u. ä.:                     evtl.Hepatitis A, Keuchhusten,
                                            Masern, Mumps, Röteln, Windpocken

Personal in Alten- und Pflegeheimen: Grippe

Personen und Personal in psychiatrischen Einrichtungen sowie Einrichtungen für hirngeschädigte und verhaltensgestörte Menschen:
                                          Hepatitis A und B

Menschen mit anderen beruflichen Risiken
(für sich und andere)

Gesundheitsdienst allgemein:        Hepatitis B, Grippe
Onkologie, Betreuung von immundef. Menschen,
Schwangeren-Betreuung, Geburtshilfe, Intensivmedizin:
                         Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen

Pädiatrie, Labor, Infektiologie:   Hepatitis A, Keuch-husten, Masern,
                                                  Mumps, Röteln, Windpocken
evtl. zus. (Labor!):                     Meningokokken, Polio, Tollwut

Menschen auf Arbeitsstellen mit starkem Publikumsverkehr:
                                                   Grippe

Kanalisations-Arbeiter (mit direktem Abwasserkontakt)
                                                   Hepatitis A

Rettungsdienst, Polizisten, Gefängnispersonal, Arbeit mit Drogenabhängigen:                   Hepatitis B

Forstpersonal, Waldarbeiter:     Tollwut,
- in Risikogebieten:                    FSME

Drogenabhängige, länger einsitzende Strafgefangene,
Prostituierte:                               Hepatitis B

Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber in Gemeinschafts-unterkünften, aus Risiko-Gebieten:
                                                   Polio (- und andere fehlende!)

 

Medizin im Internet – Update 2007
 

Schon im Jahre 2002 stand hier ein Artikel zu diesem Thema. Inzwischen ist das Angebot im Internet immer weiter gewachsen, und die Zahl der Nutzer steigt ständig. Auch ältere Menschen sind im Netz unterwegs, oder sie lassen sich von jüngeren Verwandten und Bekannten Informationen besorgen.

So wird das Internet für immer mehr Menschen eine Quelle der Information, aber auch der Verwirrung. Besonders bei chronischen oder bedrohlichen Krankheiten sucht man dort Hilfe oder Trost – aber findet man sie auch?

Wie ist das riesige Angebot zu bewerten? Die meisten „Surfer“ haben schon gemerkt, daß jeder alles „in’s Netz stellen“ kann, ohne jede Kontrolle, und daß dementsprechend tatsächlich Unmengen von Informations-Müll angeboten werden. Dazwischen gibt es aber eben auch viele hochwertige und nützliche Informationen. Gerade im Medizin- und Gesundheits-Bereich findet man ein großes Spektrum, von der hochklassigen wissenschaftlichen Arbeit über nützliche, im Alltag verwertbare Hilfen bis hin  zu skrupelloser Geschäftemacherei und gefährlicher Quacksalberei.

 

Wie kann man beurteilen, ob ein Informationsangebot im Internet vertrauenswürdig und nützlich ist?

Tatsächlich braucht man einige Erfahrung, um den Wert einer Website zu beurteilen. Mit ein paar Regeln und Hilfen kann man aber lange und gefährliche Irrwege vermeiden.

  • Wer ist der Betreiber einer Website? Wer sind die Autoren? Man findet das meist im „Impressum“, bei „Wir über uns“ oder „Kontakt“. Handelt es sich um eine Firma (renommiert oder dubios?), eine Universität, eine staatliche oder „öffentlich-rechtliche“ Institution, eine medizinische Fachgesellschaft (Vorsicht! – auch dort gibt es zweifelhafte „Vereine“, deren Zweck nur die Verbreitung bestimmter Mittel und Methoden ist), eine Patienten-Organisation oder Selbsthilfe-Gruppe (auch hier ist Vorsicht am Platz... manche werden allzu sehr von der Industrie gesponsort und somit von kommerziellen Interessen gesteuert!), oder irgend einen selbst ernannten „Privat-Experten“? Eine Hilfe kann im englischsprachigen Bereich die Endung der Web-Adresse sein: „.gov“ steht für eine staatliche Organisation, „.edu“ für eine Universität, „.org“ in der Regel für eine „non profit- Organisation“ und „.com“ für eine Firma. In Deutschland wird dagegen die Endung „.de“ von allen möglichen Anbietern verwendet. Deutsche Universitäten haben als Adresse im Allgemeinen www.uni-(Universitätsstadt).de
    (z.B. www.uni-koeln.de - bei uns: www.uni-saarland.de !)
  • Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn auf einer Website ganz bestimmte Mittel und Methoden propagiert  werden. Bei Firmen, z.B. Arzneimittel-Herstellern, die dann ja auch als solche kenntlich sind, ist das natürlich „normal“; wenn aber eine scheinbar neutrale Organisation bestimmte (käufliche) Dinge anpreist, sollte man auf der Hut sein.
  • Es gibt mehrere Organisationen, die sich um eine Bewertung und Zertifizierung von medizinischen Informationen im Netz bemühen. Allein schon wegen der Menge des Angebots ist dies ein schwieriges Unterfangen. Bekannt ist die HON (Health On Net Foundation, www.hon.ch), eine internationale non-profit-Organisation mit Sitz in der Schweiz. Ein deutsches, vom Bundes-Gesundheitsministerium initiiertes „Aktionsforum“ ist AFGIS (www.afgis.de), bei dem viele verschieden Organisationen von Ärzten und Patienten, wissenschaftliche Institute und Krankenkassen mitarbeiten. Beide Organisationen verleihen „Gütesiegel“, die man auf medizinischen Websites finden kann. Be afgis findet man auch eine Liste der zertifizierten Websites, während HON eine zwar unübersichtliche, aber sehr detaillierte Suchfunktion bereitstellt.
  • Weitere Hinweise zu diesem Thema gibt auf seiner website Prof. Gunther Eysenbach, ein Spezialist für Internet-Nutzung in der Medizin: http://yi.com/home/EysenbachGunther/faq.htm

 

Sehr nützlich und als Anlaufstelle zu empfehlen ist die Website www.patienten-information.de . Bereitgestellt und gepflegt wird sie vom „ÄZQ“: Das „Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin“ ist eine gemeinsame Einrichtung von Bundesärztekammer (BÄK)  und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) mit Sitz in Berlin. Hier finden Sie ausgewählte und vertrauenswürdige Websites zu vielen medizinischen Themen. (Nicht zu verwechseln ist diese Site mit www.patienteninformation.de, einem ebenfalls interessanten, aber längst nicht so umfangreichen Projekt der Universität Hamburg.)

In jedem Fall gilt natürlich : Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt! Z.B. können Sie ihm ja auch eine Website, die Ihnen fraglich erscheint, per e-mail zuschicken...
 

Und wie finde ich überhaupt das, was ich suche?

Auch hier muß man Erfahrung sammeln (und Lehrgeld bezahlen...).Jeder kennt Suchmaschinen wie „Google“ oder „AltaVista“, und jeder weiß auch, welche Unmengen von Treffern man bei der Eingabe z.B. einer Diagnose als Suchwort erhält. Wenn Sie auf diesem Wege weiter gehen wollen, müssen Sie also wohl oder übel die Feinheiten einer Suchmaschine erlernen, mit denen Sie Ihre Suche eingrenzen können und die Chance erhöhen, das zu finden was Sie wollen.

Es gibt seit langem auch eine deutsche medizinische Suchmaschine, die sich bemüht, die medizinischen Quellen herauszusieben: www.dr-antonius.de - derzeit allerdings „wegen Wartungsarbeiten nicht am Netz“!
 

Schon lange gibt es auch sogenannte „Portale“ für Medizin und Gesundheit, die umfangreiche Informationen (vermischt mit Werbung...) bereitstellen. Sie finden dort allgemeine Ratgeber, Lexika für Fachbegriffe, Erläuterungen zu Laborwerten, Medikamenten-Führer und manches mehr. Außerdem werden häufig Foren für Patienten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch und auch – meist gegen
Bezahlung - „Expertenratschläge“ angeboten (die natürlich, aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, keine „Ferndiagnosen“ beinhalten dürfen!).
Hier einige Beispiele:

www.onmeda.de

www.lifeline.de

www.netdoktor.de

Ganz auf Foren spezialisiert ist www.medizin-forum.de .

 

In verschiedenen Zeitschriften, z.B. test, Stern und zuletzt auch ComputerBild, wurden in den letzten Jahren Bewertungen von solchen Gesundheits-Portalen veröffentlicht. Die allgemeinen Informationen wurden dabei zum größeren Teil als ordentlich eingestuft. Was aber die individuellen Ratschläge und die Betreuung der Foren betrifft, war das Urteil von test und Stern im Jahre 2004 eher negativ („Guter Rat ist selten“, „Schlechter Rat vom Online-Doc“). Die Beurteilung in ComputerBild (August 2006) war deutlich positiver. Mein Rat ist: Verlassen Sie sich nicht auf einen „Experten-Rat“ im Internet, und geben Sie nicht zu viel Geld dafür aus! Verbringen Sie auch nicht zu viel Zeit in Gesundheits-Foren! Sicherlich können Sie dort manchmal Trost, Hilfe und Tips von Leidensgenossen finden. Vielleicht stossen Sie auch auf neue Ideen. Vielleicht wird aber auch Ihre eigene Unsicherheit nur verschlimmert durch die Ratlosigkeit und Verwirrung mancher Menschen, die dort teilnehmen, oder Sie fallen auf einen der zahllosen „Geheimtips“ herein!

Allgemein zu „Geheimtips“ und „neuesten Methoden“: Bedenken Sie: das neueste ist nicht immer besser. Alle Neuigkeiten sollten wissenschaftlich beobachtete Bewährungsproben bestanden haben, bevor Sie sie am eigenen Leib ausprobieren!

An dieser Stelle sei noch einmal hingewiesen auf www.patienten-information.de , was ich als erste Anlaufstelle und Wegweiser empfehle!

Wer in der internationalen medizinischen Literatur stöbern möchte, kann http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?db=pubmed benutzen – was aber eines Vorwissen erfordert, der Laie wird kaum einen Nutzen haben.

Auch die Krankenkassen können gute Informationen bieten: versuchen Sie es mal unter

www.aok.de/ , www.kbs.de (Knappschaft), www.barmer.de , http://www.dak.de/ , http://www.kkh.de/ , www.tk-online.de/ (Techniker) !

Oft (nicht immer) ist es lohnend, nach einer Website einer Patienten-Organisation oder Selbsthilfegruppe zu suchen. Manchmal stoßen Sie dort auch auf zweifelhafte Außenseiter-Meinungen... Wegweiser bieten www.selbsthilfe-saar.de und www.nakos.de .

Das betacare-wissenssystem ist ein sehr fundiertes Angebot eines Arzneimittelherstellers, insbesondere zu sozialen Fragen.

Auch die Medien bieten zum Teil gute Informationen, z. B. www.stern.de/wissenschaft/medizin/ : die Medizin-Themen im Stern sind erfahrungsgemäß gut und fundiert aufgearbeitet!

Ein “heißes Thema” sind “Leitlinien“ für Diagnostik und Therapie, die von den medizinischen Fachgesellschaften veröffentlicht werden. Die Problematik liegt in der Frage, wie weit allgemeine Regeln für einen individuellen Fall verbindlich sein können. Trotzdem: ein Geheimnis bleibt es nicht unter

www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ .

Last but not least sei das Deutsche Ärzteblatt erwähnt, die offizielle Zeitschrift der deutschen Ärzteschaft, die unter www.aerzteblatt.de/v4/archiv/ sämtliche Artikel der letzten Jahre zur Verfügung stellt!

und noch ein “Schmankerl”:

Interessantes und polemisches zum ewigen Thema „Quacksalberei“ bietet die amerikanische website www.quackwatch.com . Eine (alte) deutsche Übersetzung gibt es leider nur noch im Netz-Archiv: http://web.archive.org/web/20020124192258/neuropsychiater.org/quackw.htm .

 

Fazit:

Wenn Sie krank sind oder sich Gedanken um Ihre Gesundheit machen, wenden Sie sich an einen Arzt, dem Sie Ihr Vertrauen schenken – und das sollte in erster Linie Ihr Hausarzt sein. Im Internet finden Sie eventuell zusätzliche Informationen und Erklärungen. Suchen Sie aber nicht endlos und verzweifelt im Internet nach anderen Diagnosen und Therapien!

Springen Sie nicht auf jeden Zug! Der Zug, der mit lautem Getöse ankommt, fährt vielleicht nach Nirgendwo...

Greifen Sie nicht nach jedem Strohhalm! Strohhalme sind nur Strohhalme. Wen Sie im tiefen Wasser von Krankheit und Angst schwimmen, verschwenden Sie Ihre Kraft nicht mit der Suche nach Strohhalmen, sondern halten Sie sich über Wasser, bis eine Insel oder sogar ein Rettungsboot kommt!

 

Und: FRAGEN SIE IHREN ARZT!

 

 

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